Praxisführung ist mehr als Praxismanagement

Warum es sich lohnt schon vor der Praxisgründung darüber nachzudenken, wie man führen möchte

Businessplan, Finanzierung, Investitionen, Abrechnung, Personalplanung: Wer eine eigene Praxis gründet oder übernimmt, muss sich mit vielen unternehmerischen Fragen beschäftigen. Was neben all den wirtschaftlichen Fragen manchmal etwas zu kurz kommt, ist eine andere Frage: Wie möchte ich diese Praxis eigentlich führen? Denn mit der eigenen Praxis verändert sich die berufliche Rolle enorm. Aus der Ärztin oder dem Arzt wird gleichzeitig eine Unternehmerin oder ein Unternehmer und eine Führungskraft. Und darauf bereitet das Medizinstudium nur bedingt vor.
Praxisführung ist mehr als Praxismanagement
Eine Praxis wirtschaftlich gut aufzustellen, Abläufe zu organisieren und Entscheidungen zu treffen, gehört zum Praxismanagement. Gute Praxisführung geht aber darüber hinaus. Denn sobald Mitarbeitende Teil der Praxis sind, geht es auch darum, Menschen mitzunehmen, Verantwortung zu übertragen, Erwartungen zu formulieren, Konflikte auszuhalten und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Dabei geht es vor allem darum, sich selbst darüber klar zu werden, wie man führen möchte.
Was ist mir im Umgang miteinander wichtig? Wie möchte ich kommunizieren? Wie gehe ich mit Fehlern um? Wie viel Verantwortung möchte ich abgeben? Was erwarte ich von meinem Team und was darf mein Team von mir erwarten?
Welche Werte sollen unseren Praxisalltag prägen?
Solche Fragen mögen bei einer Praxisgründung zunächst weniger dringend erscheinen als Finanzierung, Mietvertrag oder technische Ausstattung. Langfristig haben die Antworten darauf jedoch großen Einfluss darauf, wie sich eine Praxis entwickelt.
Gute Führung beginnt mit Selbstführung
Wer ein Team führen möchte, sollte deshalb zuerst bei sich selbst anfangen.
Was sind meine Stärken? Wo fällt mir Führung leicht und wo nicht? Wie reagiere ich unter Druck? Wie treffe ich Entscheidungen? Wie klar kommuniziere ich meine Erwartungen?
Wer sich bereits bei der Gründung oder Übernahme einer Praxis damit auseinandersetzt, schafft eine wichtige Grundlage für die spätere Zusammenarbeit.
Werte müssen im Praxisalltag erkennbar sein
Viele Praxen definieren Werte für ihre Website: Wertschätzung, Vertrauen, Qualität, Offenheit oder ein respektvolles Miteinander. Entscheidend ist, ob diese Werte im Alltag tatsächlich stattfinden. Wer beispielsweise Offenheit als Wert definiert, muss auch Kritik zulassen können. Wer Eigenverantwortung möchte, muss bereit sein, Verantwortung abzugeben. Wer Wertschätzung verspricht, sollte sich fragen, wie diese für Mitarbeitende konkret erlebbar wird. Genau an diesem Punkt treffen Führung und Positionierung aufeinander.
Deine Führung prägt deine Praxismarke
Bei Positionierung denken viele zunächst an Logo, Website, Social Media oder die Frage, wie sich eine Praxis gegenüber anderen Praxen unterscheidet.
Für uns beginnt Positionierung früher. Eine starke Praxismarke entwickelt sich aus der Haltung der Menschen, die eine Praxis führen.
Wofür möchtest du als Praxisinhaberin oder Praxisinhaber stehen?
Diese Frage beeinflusst, welche Mitarbeitenden zu dir passen, wie dein Team miteinander arbeitet, wie Entscheidungen getroffen werden und welche Atmosphäre deine künftigen Patientinnen und Patienten erleben.
Das eine lässt sich deshalb kaum vom anderen trennen:
Deine Haltung prägt deine Führung. Deine Führung prägt dein Team. Dein Team prägt das Praxiserlebnis. Und das Praxiserlebnis prägt deine Marke.
Positionierung hilft auch bei Führungsentscheidungen
Eine klare Positionierung ist deshalb nicht nur für das Praxismarketing hilfreich. Sie kann auch im Alltag Orientierung geben. Wenn klar ist, wofür eine Praxis steht und wohin sie sich entwickeln soll, lassen sich viele Entscheidungen leichter treffen.
Welche Menschen möchten wir für unser Team gewinnen? Welche Form der Zusammenarbeit passt zu uns? Welche Leistungen möchten wir ausbauen? Wie wollen wir mit Patientinnen und Patienten kommunizieren? Und was passt vielleicht ganz bewusst nicht zu unserer Praxis?
Positionierung bedeutet in diesem Zusammenhang Klarheit darüber zu entwickeln, wer man als Praxis sein möchte.
Erst Klarheit, dann Kommunikation
Gerade bei einer Praxisgründung oder Praxisübernahme lohnt es sich deshalb, nicht nur über Zahlen, Ausstattung und Prozesse zu sprechen. Nimm dir auch Zeit für Fragen, die auf keiner klassischen Investitionsliste stehen:
Wie möchte ich führen?
Welche Werte sind mir wirklich wichtig?
Welche Kultur möchte ich schaffen?
Wie sollen Mitarbeitende die Zusammenarbeit erleben?
Wie sollen meine Patientinnen und Patienten meine Praxis wahrnehmen?
Und wofür soll meine Praxis in einigen Jahren stehen?
Nicht jede Antwort muss von Anfang an feststehen. Eine Praxis entwickelt sich und mit ihr auch die Menschen, die sie führen. Aber eine klare Richtung hilft.
Denn eine starke Praxis entsteht nicht allein durch eine gute wirtschaftliche Planung oder gutes Marketing. Sie entsteht dort, wo Haltung, Führung und Positionierung zusammenpassen.
Hinweis der Redaktion: Teile des Text wurden mit KI erstellt.




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